Reisepass SAC Liechtenstein

Maria ZachNews

Umsetzung der neuen Sicherheitsnorm SAC für elektronische Reisepässe in Liechtenstein

Im Fürstentum Liechtenstein erfolgte Ende August 2014 der erfolgreiche Umstieg auf die neue Sicherheitsnorm SAC für elektronische Reisepässe.

SAC (Supplemental Access Control) erweitert die bestehende Sicherheitsnorm BAC (Basic Access Control) um PACE v2 (Password Authenticated Connection Establishment). Der elektronische Zugriff auf den Chip wird von einer symmetrischen auf die wesentlich sicherere, asymmetrische Verschlüsselung umgestellt.

In Liechtenstein wird zusätzlich eine 6-stellige CAN (Card Access Number, Kartenzugriffsnummer) im Pass aufgedruckt. Bedingt durch die Besonderheiten der asymmetrischen Verschlüsselung ist der Zugriff auf den Chip – trotz der kurzen Zugriffsnummer – nun besser geschützt als mit der herkömmlichen, symmetrischen Verschlüsselung.

Klaus Astner, technischer Projektleiter der OeSD, erläutert:

„Der Zugriff auf die elektronischen Daten im Chip der Reisepässe kann in Liechtenstein in allen drei von der ICAO ermöglichten Methoden erfolgen:

  • Zugriff mit BAC, nach Auslesen der MRZ (machine readable zone), für herkömmliche Passlesegeräte
  • Zugriff mit SAC, nach Auslesen der MRZ, für neue Lesegeräte
  • Zugriff mit SAC nach Auslesen der sechsstelligen CAN. Die CAN erleichtert die händische Eingabe erheblich gegenüber der MRZ (Dokumentennummer, Geburtsdatum, Gültigkeitsdatum). Die Verwendung mobiler Passlesegeräte wird in der Zukunft so erfolgen.

Obwohl Liechtenstein, das kleine Land mit 35.000 Einwohnern im Herzen Europas, nicht Mitglied der Europäischen Union ist, entschloss es sich, seinen Bürgern den in der EU ab Jahresende 2014 verpflichtenden Sicherheitsstandard bereits jetzt anzubieten.

„Wir sind stolz, dass Liechtenstein unser erster Kunde ist, der auf SAC umgestiegen ist, und somit bereits vor der Deadline die Sicherheit seiner Pässe erhöht hat. Die Liechtensteiner Bürger haben derzeit die modernsten Pässe“, sagt Claudia Schwendimann, CEO der OeSD International GmbH und Projektleiterin.